Bangkok
An einem Ort leben, nicht reisen
Wie gesagt, wir wollten die Winter nicht länger in Europa verbringen, zu kalt und trocken ist es hier. Schon früher hatten wir die Idee, in 12 Städten je einen Monat zu leben. Wohl verstanden: zu wohnen und leben! Es ging uns nicht in erster Linie um Reisen, sondern darum, in fremden Umgebungen und Gesellschaften zu leben. Die allgemeine Richtung war klar. Es sollte Asien sein. So trugen uns unsere Pläne im Oktober 2016 zunächst nach Bangkok, die erste Stadt, in welcher wir einen Monat wohnen wollten. “Wohnen” heisst, auch mal einfach zuhause auf dem Sofa herum lümmeln, im 7/11 um die Ecke einzukaufen, zuhause kochen und essen, etc. Jedenfalls wollten wir nicht jeden Tag Touristenattraktionen nachrennen, sondern lieber mit den Einheimischen durch die Strassen ziehen. In Städten laufen wir immer viel. Dabei kommen wir locker auf die empfohlenen 10’000 Schritte pro Tag.
Strassenleben und Verkehr
Eine wichtige Tätigkeit in Bangkok ist auch, in eine Massage zu gehen. Vor allem nach einem längeren Fussmarsch durch die Stadt, ist eine Fussmassage die reinste Wohltat.

Auf der Strasse hat es viele Autos, Busse, Motorfahrräder und auch Tuktuks, also Motor-Rischkas. Das sind meist Piaggio-Nutzfahrzeuge, wie man sie auch häufig in Italien sieht. Nur haben die sogenannten Ape eine Ladefläche, während diejenigen in Bangkok hinten zwei Mitfahrersitze haben. Die Tuktuks dienen hier als Taxi. Daneben gibt es natürlich auch die Sharing Economy Taxis, im asiatischen Raum hauptsächlich “Grab”. Uber ist schon lange nicht mehr verbreitet. Am 27.3.2018 schrieb RP Online:
Der Fahrdienst-Vermittler Uber überlässt sein Geschäft in dem riesigen südostasiatischen Markt dem dortigen Konkurrenten Grab. Die beiden bisherigen Rivalen vereinbarten die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens, an dem Uber lediglich einen Anteil von 27,5 Prozent halten wird. Die Mehrheit gehört dann Grab.
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Will man eine Strasse überqueren, wo keine Ampel ist, dann muss man ein wenig aufpassen, denn die Autos reklamieren den Vortritt für sich. Niemals würde einem Thailänder einfallen, bei einem Fussgängerstreifen den Passanten Vortritt zu gewähren.
Bezüglich “Transport” müssen auch die modernen U-Bahn-Linien erwähnt werden. Zum Teil sind es Hochbahnen, die auf Brücken über den grossen Strassenzügen fahren, zum Teil fahren sie unterirdisch, wie es sich für U-Bahnen gehört. Ich bin immer beeindruckt, wie toll diese U-Bahnen in Asien funktionieren. Teilweise sind sie schon fahrerlos. Die Ansagen sind stets sehr deutlich und meist sowohl in Englisch als auch in der einheimischen Sprache. Diese Ansagen liebe ich und könnte sie immer wieder hören. Vor allem die Haltestellen “Nana” und “Lumphini” haben es mir angetan. Das klingt für schweizerdeutsche Ohren sehr lustig.
Wohnen

In den Apartmenthäusern gibt es in einem mittleren Stockwerk meist einen Swimming Pool. Dieser steht den Hausbewohnern zu freien Verfügung. Wir gingen meist in der Früh ein paar Längen schwimmen. Rund um den Pool standen die Wohnungstürme des Apartmentkomplexes. Der Pool war eingefasst von tropischen Pflanzen. Die Duschen waren unter Bananenbäumen installiert. Die Anlage wurde fast rund um die Uhr von ein paar Frauen unterhalten. Eine hatte einen Vogel im wahrsten Sinne des Wortes. Er sass ihr meist auf der Schulter und liess sich von ihren Bewegungen nicht beirren.
Fresh Markets

Ich erinnere mich, wie die Verkäuferin mir irgendwelche gebratenen Kakerlaken angeboten hat, mit einem Grinsen, wohl wissend, dass ich mich davor ekle. Die meisten Angebote liegen auf einem Tuch am Boden. Die Verkäuferinnen - es sind meist Frauen - sitzen im Schneidersitz oder knieen hinter ihrer Ware. Klar, bei diesem warm-feuchten Klima ist Arthrose entsprechend selten! Interessant ist auch, wie sauber die Auslagen sind, trotz Hitze und herumliegendem Unrat. Vor allem Fleisch und Fisch sind sehr appetitlich ausgestellt. Fliegen hat es wenige und werden weg gescheucht, manchmal mit einer Feder, die an einem kleinen Elektromotor befestigt ist.

Restaurants und Bars
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Einmal, als gerade ein Blutmond angesagt war, besuchten wir sie. Der Ausblick war natürlich hammermässig! Wir konnten unsere Wohnung sehen. Der Mond enttäuschte mich allerdings, obwohl wir ja viel näher daran waren, als auf der Strasse unten. Ich hatte ihn mir aus den vorhereilenden Beschreibungen grösser vorgestellt.
Bekannt sind in Bangkok die Rooftop Bars auf dem Banyan Tree Gebäude und die Vertigo Bar (sind die beiden identisch?).
Street Food
Ganz in unserer Nähe befanden sich zwei Street Food Places, die wir liebten und oft frequentierten. Das eine ist an der Silom Road vor einer Bank, ev. die Government Saving Bank oder die Kasikorn Thai Bank. Es gibt dort gleich vier oder fünf Banken nebeneinander. Die Tische wurden nach Bankenschliessung vor deren Eingang gestellt. Sogar vor dem ATM stand ein Tischchen. Die Gäste musste dann halt aufstehen, wenn jemand an den ATM wollte. Die “Küche” bestand aus einem Wagen, der mit allem, was es brauchte, eingerichtet war. Die Frau (mit hängender Unterlippe) hat vermutlich während des ganzen Tages Gewürze und Gemüse klein geschnitten und alles fein säuberlich in flache Gefässe gefüllt, die sie in einem Regal im Wagen verstaute. Sie wusste genau, wo was ist. Wenn sie beim Kochen etwas brauchte, griff sie blind zum richtigen Gefäss. Das Essen - meist gibt es in Bangkok thailandische Curries - war dort ausgezeichnet. Oft genehmigte ich mir zum Dessert noch ein Glas Rotwein, wahrscheinlich ein australischer Cabernet Sauvignon, für den ich etwa 3 Euro pro Glas bezahlte.
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Nach einem Monat verliessen wir Bangkok schweren Herzens Richtung Malaysia, aber nicht, ohne uns fest vorgenommen zu haben, wiederzukommen!
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